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Studi-Proteste in London

Auf dem Blog „monsters of göttingen“ gibt’s einen Erfahrungsbericht der Stürmung der konservativen Parteizentrale in London. Fasziniert stellt er der Autor fest, welche Breite der Protest hatte: Von It-Girls bis Faschos waren sie alle dabei. Das liest sich spannend und am Ende gibt’s auch die Auflösung:

Alex fiel nicht drauf rein und wollte mir’s noch weiter geben „Klar, wir hätten rufen sollen, wir wollen keine Almosen im Sinne eine repressiven Toleranz, sondern den Kommunismus! Doch dann wären wir nur 1000 Leute gewesen, keine Professoren – außer vielleicht Mouffe – hätten uns unterstützt, die Presse hätte uns ausgelacht, und in 5 Jahren wäre die weiße obere Mittelschicht alleine an den Unis wie vor 50 Jahren und hätte das erreicht, was die Faschisten heute fordern … Aber wir Linken hätte immerhin unsere intellektuell-moralische Integrität behalten.“

Und schließlich bemerkte er im schönsten Oxford Englisch ganz trocken: „Wasn’t it a German who said ‚politics is the art of the possible‘?“ „Yes, Germans are assholes even if they thought pragmatically as the English do.”

Klar, die Diskussion ist hier verkopft. Zu recht wird oft beklagt, dass kein Mensch linke Flyer versteht. Bündnispolitik wird hingegen heftig diskutiert.
Ob es tatsächlich so einfach ist? Was sagt die Interventionistische Linke dazu?

auch schnell notiert: Israelsolidarität in Warnemünde

Oha. Pixelutopia amüsiert sich gerade auf blogspot über die Antifa Warnemünde und teilt ihr den Deppenscore 17,5 zu. Ich finde, er macht es sich an einigen Stellen zu einfach.

Zu These I.2, dass zum Marx’schen Imperativ „alle Verhältnisse umzustoßen, in denen lalala“ sich nach Auschwitz auch immer Adornos das es sich nicht „wiederhole, nichts ähnliches geschehe“ gesellen müsse, mehr noch, dass letzterer sogar ersteren „umstülpe“, schreibt pixelutopia: „Kann ich nicht doch ein bisschen Holocaust zu meinem Kommunismus haben?“
Also auch ich Stimme Adorno zu, dass wir heute diesen kategorischen Imperativ befolgen müssen. Und wenn wir uns überlegen, was Auschwitz mit dem Menschen als „geknechtetes, verächtliches Wesen“ zu tun hat, und welche Bedingungen der Nationalsozialismus hat, dann ist es doch gar nicht so weit hergeholt. Wie sonst soll denn dauerhaft ein zweites Auschwitz verhindert werden, wenn nicht nur durch die menschliche Emanzipation? Gleichzeitig steckt im politisierenden Engagement, dass die Sachzwänge dekonstruiert und den Willen an ihre Stelle setzt, die Gefahr des „Umschlagens“. Auch im NS wurde Politik gemacht und zwar anders, als in der BRD. Es hat sich nicht einfach so aus Prozessen ergeben, sondern ist das Ergebnis einer historischen Intervention.
Deswegen ist es völlig berechtigt, keineswegs trivial und auch leider keine Selbstverständlichkeit, darauf hinzuweisen, dass sich Auschwitz nicht wiederholen darf und dass das was mit Kommunismus zu tun hat. Zu sagen: Nationalsozialismus ist kein Kommunismus/Sozialismus und in Auschwitz wurden auch Linke getötet, ist zwar richtig, aber als Replik auf die These völlig fehl am Platz.

Zu These II.4

4. Grundbedingung des Konzeptes Antifa ist die Forderung nach Waffen für Israel. Alle andere Israel-Solidarität ist Quark.

Hier ist pixelutopias Antwort sehr komisch. Allerdings will ich auch was zur „Rettung“(?) der These sagen. Also ob das die Grundbedingung des Konzepts Antifa ist, sei erstmal dahingestellt, der zweite Satz hingegen stimmt: Alle andere Israel-Solidarität ist Quark. Wer also „israelsolidarisch“ sein will, kann nicht prinzipiell gegen „Waffen für Israel“ sein. Allerdings ist das ein Phänomen, dass in meiner subjektiven Wahrnehmung zunehmend beobachtbar ist.
Nicht zu verwechseln mit: Alles was Israel macht, ist zu befürworten.

Im Anschluss wird die These Antifa=Israelsolidarität nochmal betont (und mit +USA-Sympathie ergänzt). Pixelutopia lässt hier zwei Deppenpunkte springen und spricht von Relativierung. Klar ist es Käse die USA als ewigen Hort des Antifaschismus zu sehen (und noch größerer Quatsch sie als das Gegenteil zu betrachten), und auch, dass es keinen „dritten Antifa-Weg“ gäbe, ist unhaltbar. Ich glaube aber, mit dem „dritten Weg“ ist etwas anderes gemeint. Die Alternativlosigkeit mit der diese These von AANO aber dargestellt wird, ist absurd. Da muss schon mehr kommen, um sie zu begründen (was unter bestimmten, gegebenen, Umständen möglich ist).
Und was pixelutopia gegen „Gewalt“ hat, wenn sie im Sinn der „eigenen Sache“ ist, wüsste ich auch gern.

Und jetzt noch ein paar Sachen herausgegriffen:

Die deutsche Wunderwaffe nach Auschwitz ist der antiimperialistische Frieden, der in seiner Langzeitwirkung bedrohlicher ist als jede militärische Intervention.

Dass Deutschland diese Strategie fährt, stimmt. Z.B. in Afghanistan, wo die BRD versuchte aufzutreten als „wir sind gar nicht so böse, wie die Amerikaner“ (gerade die Grünen haben das gepusht). Habe dazu mal einen sehr guten Beitrag gelesen, weiß aber nicht mehr wo. Der Einsatz für ein „Selbstbestimmungsrecht“ der Völker, statt sich irgendwie globalen Verhältnissen anzuschließen, kann reaktionär bis faschistisch sein. Ein Umstand, der bei der Betrachtung bundesrepublikanischer Außenpolitik gerne übersehen wird. Vielleicht nicht von Linksradikalen, aber da äußern sich ja noch mehr „Linke“. Also Zustimmung zu: „5. Der Bruch mit der globalen Volksfront ist notwendig.“ Klar werden da die, die nie Teil der globalen Volksfront sind, gar nicht erst angesprochen.

Und zur Bewahrung des „Bürgerlichen“. Selbstverständlich besteht ein Zusammenhang zwischen bürgerlicher Gesellschaft und ihrer Aufhebung in Faschismus und Nationalsozialismus. Genauso besteht ein Zusammenhang zwischen ihr und Sozialismus/Kommunismus/Anarchismus/whatever. Trotzdem verstehe ich die AANO-These hier nicht so ganz.

Mein Deppenscore für Warnemünde liegt also vielleicht insgesamt eher so bei 10-12?

Frauen in Zombie-Filmen

Auf i09.com ist eine schöne Analyse von Frauen-Rollen in Zombie-Filmen und warum trotz deren Stärke immer Männer die Hauptrolle spielen.

It’s reflective of the world we live in. If the rage virus swept across America tomorrow, lots of survivors probably would defer to the most competent man left standing, even if Hillary Clinton (or Condoleezza Rice, for that matter) were right there, dusting off her tattered pantsuit. Zombie narratives are about how normal folks respond to disaster, how you and your neighbors and your coworkers might react in the direst of situations. That’s why they make such convenient vehicles for social commentary.

Ich liebe die Kotze

n arratives from Eva Becker on Vimeo.

Und ich weiß auch schon, dass ich mir ebenfalls Kausalitäten installieren lassen würde.

Science – Keep it hidden!?

Ein Freund von mir, hat mich auf einen Post auf lesswrong.com hingewiesen – ein Blog, dem ich mal meine Aufmerksamkeit schenken sollte. Der Beitrag heißt To Spread Science, Keep It Secret, ist nicht ganz ernst gemeint und sicherlich auch inspirierend und komisch, allerdings falsch. Aber er ist ein schöner Witz, dessen Pointe ich auch gar nicht verraten will.

I mean, right now, people can study science but they don‘t.

Mit dieser Feststellung beginnt der Beitrag von Eliezer_Yudkowsky, der einen Vorschlag unterbreitet, wie Wissenschaft attraktiver gemacht werden könnte: Verpackt es in möglichst mystische Kulte und Geheimbünde! Dadurch wird ein Mangel erzeugt, der es reizvoller macht, sich mit Wissenschaft auseinander zu setzen. Denn alle wollen Mitglied in einem Geheimbund sein, über geheimes Wissen verfügen und geheime Kräfte anwenden können! Oder nicht?

Leider stimmt die zitierte Aussage überhaupt nicht. Das eigentliche Problem macht Eliezer_Yudkowsky selber etwas weiter unten aus:

Now, I know what you‘re going to say: „But science is surrounded by fearsome initiation rituals! Plus it’s inherently difficult to learn! Why doesn‘t that count?“ Because the public thinks that science is freely available, that’s why. If you‘re allowed to learn, it must not be important enough to learn.

In der Tat ist ein Studium von unglaublichen Hürden umgeben, so dass die meisten Menschen kaum in der Lage sind, sich die Welt akademisch zu erschließen. Trotzdem tun es enorm viele Menschen. Im Gegensatz zum konstatierten Problem, haben es wir es sogar eher mit einer fatalen Wissenschaftsgläubigkeit zu tun, bei der wir schon heute (und gestern auch schon) das vorgeschlagene Umschlagen von Aufklärung in Mythos beobachten können.
Gerade für dieses Phänomen ist der Beitrag ein gelungenes Beispiel. Wenn esrdas nicht wäre, könnte ich lachen.

xkcd.com/877 - mouseover-text findet ihr dort

Wenn Blicke töten können

Die im Video gezeigt Drohne wird nur mit dem Kopf gesteuert. (via)

It’s not just for the cool factor (although there’s definitely a cool factor); head control is easy to train, easy to use, and requires no hands.

Relativ ideologisch

In meinem Beitrag mit dem Titel „Erdbeben und Ideologie“ ging es um die Behauptung der Wissenschaftlerin Claudia von Werlhof, dass die USA hinter dem Erdbeben auf Haiti hätten stecken können und die Rückendeckung der Kommunistischen Partei Österreichs für von Werholfs Äußerungen. In der Erklärung der KPÖ, sowie in meinem Beitrag ging es auch darum, zu zeigen, dass Wissenschaft nicht frei von Interessen jenseits „urmenschlicher Neugier“ ist. Damit fing ich mir in den Kommentaren die Frage ein, was denn an „E=mc²“ ideologisch sei.

Da der Fragesteller vor kurzem wieder über HAARP – das Gerät mit dem die Amis angeblich Erdbeben oder anderen Kram verursachen – gebloggt hatte und dabei öfter auf die Diskussion um Frau von Werlhof verwies, bin ich wieder auf meinen Beitrag gestoßen. Und mit derartiger Verspätung, etwas dazu sagen. (mehr…)