Archiv der Kategorie 'Science-Fiction'

Frauen in Zombie-Filmen

Auf i09.com ist eine schöne Analyse von Frauen-Rollen in Zombie-Filmen und warum trotz deren Stärke immer Männer die Hauptrolle spielen.

It’s reflective of the world we live in. If the rage virus swept across America tomorrow, lots of survivors probably would defer to the most competent man left standing, even if Hillary Clinton (or Condoleezza Rice, for that matter) were right there, dusting off her tattered pantsuit. Zombie narratives are about how normal folks respond to disaster, how you and your neighbors and your coworkers might react in the direst of situations. That’s why they make such convenient vehicles for social commentary.

Ich liebe die Kotze

n arratives from Eva Becker on Vimeo.

Und ich weiß auch schon, dass ich mir ebenfalls Kausalitäten installieren lassen würde.

Science – Keep it hidden!?

Ein Freund von mir, hat mich auf einen Post auf lesswrong.com hingewiesen – ein Blog, dem ich mal meine Aufmerksamkeit schenken sollte. Der Beitrag heißt To Spread Science, Keep It Secret, ist nicht ganz ernst gemeint und sicherlich auch inspirierend und komisch, allerdings falsch. Aber er ist ein schöner Witz, dessen Pointe ich auch gar nicht verraten will.

I mean, right now, people can study science but they don‘t.

Mit dieser Feststellung beginnt der Beitrag von Eliezer_Yudkowsky, der einen Vorschlag unterbreitet, wie Wissenschaft attraktiver gemacht werden könnte: Verpackt es in möglichst mystische Kulte und Geheimbünde! Dadurch wird ein Mangel erzeugt, der es reizvoller macht, sich mit Wissenschaft auseinander zu setzen. Denn alle wollen Mitglied in einem Geheimbund sein, über geheimes Wissen verfügen und geheime Kräfte anwenden können! Oder nicht?

Leider stimmt die zitierte Aussage überhaupt nicht. Das eigentliche Problem macht Eliezer_Yudkowsky selber etwas weiter unten aus:

Now, I know what you‘re going to say: „But science is surrounded by fearsome initiation rituals! Plus it’s inherently difficult to learn! Why doesn‘t that count?“ Because the public thinks that science is freely available, that’s why. If you‘re allowed to learn, it must not be important enough to learn.

In der Tat ist ein Studium von unglaublichen Hürden umgeben, so dass die meisten Menschen kaum in der Lage sind, sich die Welt akademisch zu erschließen. Trotzdem tun es enorm viele Menschen. Im Gegensatz zum konstatierten Problem, haben es wir es sogar eher mit einer fatalen Wissenschaftsgläubigkeit zu tun, bei der wir schon heute (und gestern auch schon) das vorgeschlagene Umschlagen von Aufklärung in Mythos beobachten können.
Gerade für dieses Phänomen ist der Beitrag ein gelungenes Beispiel. Wenn esrdas nicht wäre, könnte ich lachen.

xkcd.com/877 - mouseover-text findet ihr dort

So kann SF politisch sein

Noch ein Beitrag, um den Mehrwert von phantastischer Literatur zu verdeutlichen. Oder anders: Zu zeigen, dass auch SF nicht bloß Schund ist.

Auf tor.com ist gerade eine Reihe von Artikeln zum SF-Autor Robert A. Heinlein. Er hat zahlreiche Geschichten geschrieben, darunter auch die Vorlage für den berüchtigen Streifen „Starship Troopers“ (Trailer).

Die Ambivalenz der Tatsache, das sich in phantastischer Literatur und vor allem solcher, die versucht sich mit der Zukunft der Menschen zu beschäftigen, immer Gesellschaftsbilder und -entwürfe der Autor_innen und ihrer Zeit niederschlagen, lässt sich auch an Heinlein beobachten.
So beschreibt einer der Artikel auf tor – „Heinlein: Forward-looking diversity advocate or sexist bigot? Yes“ – den Fakt, dass sich Heinlein mit seinem Verlag darüber stritt, dass er einen jüdischen Charakter auf Raummission schicken wollte. Dies wollte der amerikanische Verlag (im Jahr 1948) ablehnen, woraufhin Heinlein drohte das Buch woanders verlegen zu lassen. Mitch Wagner auf tor.com dazu:

This is all admirable, but let’s keep in mind what’s missing from this cast: Asians; disabled people; non-Americans of any kind; lesbians, gays, and the transgendered; Muslims, Buddhists, Hindus, or representatives of the other major world religions. Heinlein’s book was enormously ethnically diverse in that it included the full variety of American Judeo-Christian boys. […]
Also missing from Space Cadet: Girls.

Zwar ist das Genre, wie jede Literatur und Kunst, nutzbar, um gegen gesellschaftliche Normalzustände anzuschreiben, gleichzeitig werden aber selbstverständliche andere Stereotype reproduziert.

Bei SF kommt hinzu, dass sie von an Anfang an als “boys’ books” konzipiert war und überwiegend von Männern verfasst wird. So tradieren sich gewisse Erwartungen an Rollen in SF-Literatur und gleichzeitig das Bild von Science-Fiction Büchern und Filmen und … naja, ihr kennt diese dialektischen Teufelskreise.

Aber gerade in der Möglichkeit überhaupt andere Gesellschaften zu beschreiben, eben im utopischen Charakter von phantastischer Literatur, liegt ihr Potential. Und so konnten wir in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine wachsende Zahl feministischer Science-Fiction entdecken und auch weiterhin werden Geschlechterrollen und andere Auschluss- und Unterdrückungsmechanismen thematisiert.

Gerade weil SFF viel von jungen Menschen gelesen wird, sollte die Möglichkeit es auch als Medium progressiver Vorstellung zu nutzen, wahrgenommen werden!

Mehr dazu später.

In welcher Stadt wollen wir leben?

Eine kleine Auswahl dis_utopischer Stadtansichten.
Paris im Jahr 3000
(mehr…)

Mal wieder: Kino gegen Technik

Wie werden Roboter meistens in Medien verarbeitet? VERNICHTUNG!
Ob Skynet in „Terminator“ den nuklearen Erstschlag ausführt, HAL 9000 in „2001: Odyssee im Weltraum“ seine Schützlinge töten will, die Maschinen sich in „Matrix“ von den Menschen emanzipieren und sie als Batterie benutzen; die künstlichen Geschöpfe sind böse.
Selten sind einzelne Maschinen auch mal auf der guten Seite, wie „Data“ aus Star Trek: The Next Generation (der sich todesmutig gegen die „Borg“, Maschinen-Menschen, die das Leben „assimilieren“ wollen) oder „Sonny“ aus „I, Robot“ (wo selbstverständlich die Mehrheit von Sonnys Genoss_innen die Menschheit vernichten will).

So ist das auch bei: AUTOMATONS – einem Film, dem man nicht ansieht, dass er von 2006 ist. Aber das ist wohl gewollt. Im simulationsraum wurde der Film rezensiert und als sehenswert begutachtet, auch wenn, wie sollte es anders sein: Die Erlösung am Ende auch nur durch die Vernichtung aller Maschinen herbeigeführt werden kann.

Der Trailer sieht auch wirklich trashig aus, da drücken wir beim schicksalshaften Primitivismus nochmal ein Auge zu.

Science-Fiction für Linke!

Ihr alle solltet mehr lesen! Auch ab und zu mal Kurzgeschichten oder einen Roman. Und vielleicht auch mal (wieder) Science-Fiction. Und nicht nur die männlichen Nerds unter euch. Auch für Frauen, Queer-Feminist_innen und solche, die nicht technikbegeister sind können bei SF auf ihre Kosten kommen. Aber was?

China Mieville (selbst Autor) empfiehlt: 50 Bücher, die ein_e Sozialist_in gelesen haben sollte!

This is not a list of the “best” fantasy or SF. There are huge numbers of superb works not on the list. Those below are chosen not just because of their quality—which though mostly good, is variable—but because the politics they embed (deliberately or not) are of particular interest to socialists.

Wer lieber auf Kurzgeschichten steht, dem sei die Zeitschrift „Pandora“ des shayol-Verlags ans Herz gelegt. Aber meine Versuche über die Verlagshomepage oder den Buchhandel zu bestellen, waren eine Katastrophe. Habe sie nur antiquarisch bekommen.

Und für den Evergreen „Plant der Habenichtse“ (original: The Dispossessed“) von Ursula K. LeGuin, der auch schon in der „Straßen aus Zucker“ erwähnt wurde, empfehle ich dieses blog: Everybody on Anarres is a revolutionary.
Da wird vielleicht auch deutlich, warum es für Linke auch „politisch“ lohnend sein kann, Science-Fiction zu lesen.

Genug Werbung. :)