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Dafür hasse ich die Grünen

Die aktuelle Ausgabe der „Böll.Thema“: „Going Green“ ist ein Prachtstück verabscheuenswerter „grüner Ideologie“ im Sinne der grünen Parteien: Kleinbürgerlich und schnell bereit die Interessen der herrschenden Klasse zu vertreten. Denn wenn die Unterschrift von „Going Green“ „Trotz Kopenhagen – die grüne Zukunft hat schon begonnen“ heißt, ist damit nicht das grandiose Scheitern des Protests gemeint, sondern allen ernstes Ausdruck von Enttäuschung über den Verlauf der Konferenz.
Von der Querfront und Werbung für Wüstenkolonien… (mehr…)

Deutschland in die Wüste schicken?

„Zwölf Unternehmen und die DESERTEC Foundation haben in München die DII GmbH gegründet. Ziel der DII ist eine zügige Umsetzung des von der DESERTEC Foundation entwickelten DESERTEC-Konzepts. […] Gründungsgesellschafter der DII GmbH sind ABB, Abengoa Solar, Cevital, DESERTEC Foundation, Deutsche Bank, E.ON, HSH Nordbank, MAN Solar Millennium, Munich Re, M+W Zander, RWE, SCHOTT Solar und Siemens.“ (30. Oktober 2009)

Was da vor allem deutsche Unternehmen vorhaben ist ein Solar-Großprojekt in Nordafrika. Riesige Parabolspiegel und ein uraltes Energiegewinnungsverfahren soll jede Menge Strom produzieren, der dann über Hightech-Leitungen nach Europa transportiert wird. Äh, Verzeihung, in die EUMENA-Region, wie Desertec das nennt.
300 qkm reichen, um den Energiebedarf der ganzen Welt zu decken, ohne Kohle und Atomkraft. Das freut Greenpeace und die Grünen. Bleibt aber die Frage: Welchen Strombedarf decken 300 qkm, wenn die Mehrheit der Menschen nicht wirklich Zugang zu Elektrizität hat?

Und wem gehört der Strom? Europäischen, vor allem deutschen Stromriesen, die dann auch noch MENA von sich abhängig machen. Monopolisierung und Abstauben von grünen Fördergeldern für die eigenen Investitionsausgaben. Nicht zu vergessen, dass die DII betont, dass die Solaranlagen nur in „politisch stabilen Ländern“ stehen dürfen.
Wer in die Wüste geschickt wird, wenn es um den deutschen Strom, ja deutsche Interessen geht, dürfte klar sein. Wie nennt man das?

Denn auch wenn nur 15 % des europäischen Strombedarfs gedeckt werden sollen, ist klar, dass nur ein Bruchteil an MENA verkauft wird.
Deutschland baut die Kraftwerke, die Leitungen, stellt vermutlich das qualifizierte Personal. Die Drecksarbeit erledigt MENA und darf dafür ein bisschen Strom abkaufen. Und laut Desertec gibt es ja keine Alternative außer Solarstrom.

Fortschritt ist das nicht! Da können die Grünen, noch so froh über die Abkehr von der Atomkraft sein, da kann novo argumente noch so viel jubelpersern (auch wenn sie die Kleinbürgerlichkeit der Grünen gut zeigen). Es ist und bleibt deutscher Imperialismus. Ein Ausläufer der Festung Europa.

Die einzige Lösung kann also sein: Desertec ja! Aber in ArbeiterInnenhand!
Wenn 300qkm für die ganze Welt reichen, dann muss auch die ganze Welt über Desertec bestimmen und die Stromverteilung vornehmen. Keine Energie für die Bourgouisie!