Rechts ist nicht das Gegenteil von links

Das die ganze Breite dessen, was landläufig als „rechts“ bezeichnet wird, nicht einfach die Kehrseite dessen ist, was „links“ ist, ist mir vor einiger Zeit mal wieder klar geworden.

Und zwar bei der Lektüre zweier Texte. Einmal dem Bekennerschreiben derer, die in Berlin ein Feuer legten und so den städtischen Bahnverkehr und den Mobilfunk lahmlegten und zum anderen durch die Replik der Blauen Narzisse: Querfront – jetzt aber richtig.

Wie enorm und gleichzeitig übersehbar der Unterschied zwischen Emanzipation und Barbarei ist, lässt z.B. an diesem Zitat aus der Blauen Narzisse erkennen:

Freiheit ist nicht die Freiheit des Andersdenkenden, sondern sein Leben lang auf seiner deutschen Scholle bleiben zu dürfen, ohne von raffgierigen Finanzhaien irgendwann vertrieben zu werden.

Auch Faschisten, Nationalsozialisten, Völkische kämpfen für die „Freiheit“. Einmal mehr zeigt es sich, dass mit bürgerlichen Begriffen, Idealen, ewigen Wahrheiten nicht so weit her ist. Was sich für „uns“ hinter diesen großen Wörtern verbirgt, lässt meist deutlicher sagen.

Was ich aber sagen wollte ist, ist, dass sich an diesen Texten eben auch zeigt, dass „rechts“, eine ganz eigene Ideologie ist. Manche Leute, wie sogenannte „Bauchlinke“, sehen das anders. Aber auch in vielen Antifa-Kreisen wird sich gewundert, dass ihre Feinde, nicht einfach nur gegen Linke sind, weil sie Rechte sind. Im Gegenteil. Wahrscheinlich wissen Rechte oft sehr viel besser, warum sie ein Problem mit Kommunist_innen und Co haben, als andersrum. Ihnen stehen Linke im Weg. Wenn ich mir Texte von solchen Leuten durchlese, wird das immer wieder deutlich.
Andersrum ist es selbstverständlich auch so, aber das wird erst richtig klar, wenn du ein revolutionäres Projekt hast, also wirklich was verändern willst.