Piraten! – mal wieder richtig doof

Vor einiger Zeit habe ich schonmal über darüber gebloggt, warum die Piratenpartei keiner Solidarität würdig ist: Piratinnen und andere Argumente gegen die Partei (in eine ähnliche Richtung geht auch der hier).
Doch sie hören nicht auf…

Ganz in meiner Nähe, in Frankenberg-Waldeck, hat der „Oberpirat“ Sascha Brandhoff einen offenen Brief an die Nationalen Sozialisten geschrieben.

Die Frage ist, ob ihr die Eier in der Hose habt und eure Anonymität aufgebt, oder ob ihr Angst um Leib und Leben habt? Ich versichere euch, dass keiner von uns hinter der nächsten Hauswand stehen wird, um euch brutal zu überfallen und ich verspreche auch, dass ich diese Cyber-Legion von Anonymous-Aktivisten zurückzuhalten werde, die euch mit Kabeln erdrosseln oder mit Tastaturen niederprügeln könnte. Kleiner Spaß mit den Anonymous-Aktivisten: Abseits ihres Computers und vor allem der Pizzeria sind die überhaupt nicht lebensfähig, deren Kryptonit ist Sonnenlicht und Sauerstoff, kurz SS.

Der Brief ist offensichtlich vor allem eins: saudumm. Vor allem weil er die Nationalen Sozialisten krass verharmlost. Die Piratenpartei beweist auf ein Neues, dass ihr Politik-Verständnis zurückgeblieben ist. Diesmal: Neonazis sind alle dumme Glatzen, die auf die Hauptschule gehen und es bloß nicht besser wissen.
Klar, es könnte auch mutig von Sascha sein, aber ist es nicht, wie die weitere Auseinandersetzung zeigt.

Denn lisa2 aus Marburg schrieb einen Flyer gegen die Piraten: „Piraten schlagen rechten Kurs ein“.
Und darauf hat Sascha Brandhoff auch wieder geantwortet, wieder in einem offenen Brief.

Dass er nichts versteht, zeigt er bei aller berechtigter Kritik an lisa2 schon im ersten Absatz:

Deshalb habe ich leider nicht die gleichen Möglichkeiten wie ihr. Ich kann mich nicht in die Anonymität flüchten.

Was er meint ist, das übliche: Ihr bösen anonymen Basher im Internet, steht doch dazu!

Trotzdem macht es weder die Piraten noch Sascha selbst zu Nazis. Selbst wenn er sie auf ein Bier einlädt.
Wer glaubt, Nazis durch Dialog und Einbindung zähmen zu können, wer glaubt, man könnte sie kontrollieren, wer glaubt, man könnte Nationalsozialismus in kleinen Dosen durchaus gebrauchen nur übermäßig dürfte der Konsum nicht werden, wer glaubt er wäre einer nationalsozialistischen Bewegung gewachsen und könnte ihr demokratisch begegnen, der hat nicht aus der Geschichte gelernt.

Mehr noch. Schon vor dem 3. Reich hätten alle wissen können, dass das Quatsch ist. Die Nazis haben nie einen Hehl aus ihren Zielen gemacht. Heute machen sie es mehr als damals, nichtsdestotrotz sind sie offenbar.

Das wird immer einer der besten Witze der Demokratie bleiben, dass sie ihren Todfeinden die Mittel selbst stellte, durch die sie vernichtet wurde. Die verfolgten Führer der NSDAP traten als Abgeordnete in den Genuß der Immunität, der Diäten und der Freifahrkarte. Damit waren sie vor dem Angriff der Polizei gesichert u. durften sich mehr zu sagen erlauben als gewöhnliche Staatsbürger, u. ließen sich außerdem die Kosten ihrer Tätigkeit vom Feinde bezahlen.“ (Josef Goebbels)

ALERTA ANTIFASCISTA!


2 Antworten auf „Piraten! – mal wieder richtig doof“


  1. 1 Harald 27. Januar 2012 um 3:18 Uhr

    Der Rücktritt von Marina Weisband trifft die Piratenpartei in einer ungünstigen Zeit. Sie hat kaum bekannte Köpfe und wird dieses Defizit in kurzer Zeit kaum ausgleichen können. Mal schauen, wie der normale Bürger diese Partei findet. Für die Bundestagswahl 2013 soll es keine Spitzenkandidaten geben, dafür gleichberechtigte Landeslisten. Dies ist ein Novum in der Parteienlandschaft und die Praxis wird zeigen wie und ob es funktioniert oder ob die Piratenpartei wieder abtreten muss.

  1. 1 « L▲sz uns kr▲sz & cool sein! Pingback am 30. Januar 2012 um 17:48 Uhr
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