Tauss-Verschwörung?

Bei netzpolitik taucht eine wilde Verschwörungstheorie auf, die sich aber jemand anderes ausgedacht hat: Schrozberg.

Der bloggt über die Tauss-Verschwörung.
Zur Erinnerung: Tauss war der Bundestagsabgeordnete, der als Gegner der Vorratsdatenspeicherungs von der SPD zu den Piraten wechselte und wegen des Besitz von Kinderpornographie angeklagt ist. Mehr findet ihr im Internet.

Jedenfalls entdeckt Schrozberg einiges von Brisanz:
- Politik und Justiz sind verfilzt!
- OppositionspolitikerInnen werden anders behandelt, als Regierende
- Tauss ist nicht bei der FDP

Alles nicht neu, und an Verschwörungen mutet es auch nicht an. Nur, dass um Tauss mehr Wirbel gemacht wird, als um andere Fuzzis. Da ist ja jetzt weniger das Problem, dass der Tauss-Prozess ein großes Echo hat, sondern der andere ein kleines.
Es geht jedenfalls darum Helden zu retten. Und Tauss ist ein Held für die Piraten-Welt.

Und Schrozberg erdreistet sich auch noch zu diesem Kommentar:

(es sind mir überhaupt irgendwie zuviele Frauen da mit dabei. Ausser dem Richter sinds nur Frauen. Ich denke das Landgericht hat doch ein Genderproblem. Die bräuchten da mal einen Männerbeauftragten)

ohne worte.


3 Antworten auf „Tauss-Verschwörung?“


  1. 1 H. Schrozberg 27. Mai 2010 um 19:19 Uhr

    Was ist das Problem mit dem Frauen Kommentar?
    Ausserdem habe ich selbst nicht von Verschwörung gesprochen!

  2. 2 Ben 28. Mai 2010 um 13:13 Uhr

    Na, mit dem Kommentar zum „Frauenüberschuss“ hat er sich ja wohl disqualifiziert. Und diese Spitze in Richtung Genderdebatte musste auch nicht sein.

    Aber: ich habe in Diskussionen zu eben diesem Thema die Erfahrung gemacht, dass Frauen (insbesondere solche mit Kindern) tendenziell erheblich sensibler sind als Männer. Bei „den Männern“ findet sich viel eher die Bereitschaft, sich über Meinungsfreiheit und Rechtsstaatlichkeit Gedanken zu machen, während „die Frauen“ unter der Parole „Unsere Kinder sind das Wichtigste“ (wo zum Teufel steht das im GG eigentlich?) jede sachliche Auseinandersetzung verweigern oder zumindest ohne Zögern bereit sind, Grundrechtseinschränkungen erheblichen Ausmaßes hinzunehmen. So besehen könnte Tauss sich sicher eine andere Besetzung wünschen.

  3. 3 Administrator 29. Mai 2010 um 14:44 Uhr

    @Schrozberg
    Zu deinem Frauen-Kommentar: Die Gender-Diskussion ist keine, die sich an einzelnen Gerichten aufhängt, sondern es geht um Probleme, die sich strukturell durch alle Lebensbereiche ziehen. Ein „Gender-Problem“ hat also nicht das einzelne Gericht. Aber das kannst du an anderen Stellen super nachlesen.

    Zur Verschwörung: Der Topos kam tatsächlich von Netzpolitik, trotzdem käm das was da abläuft, wenn es so stimmen würde, wie du es im Konjunktiv unterstellst, einer Verschwörung gleich. Also war das völlig berechtigt.

    @Ben
    Soviel Professionalität lasse ich Frauen in Ämtern zu kommen, jedenfalls genauso viel, wie Männern. Aber diese Diskussion würde am Thema vorbei gehen.

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