re:publica – Sexismus im Netz

Auf der jüngst stattfindenden re:publica (BloggerInnen-Konferenz) gab es ein Panel mit dem Thema „Sexismus im Netz“. Anne Roth war dabei und berichtet über ihre Erfahrungen auf der re:publica. Dabei gab es wohl auch unangenehmes, aber meiner Meinung nach erwartbares (wenn auch nicht in dieser Qualität): die Kommentare im Chat zur Veranstaltung.

Anne Roth:

So ärgerlich ich finde, dass jetzt alle über den Chat reden statt über den Inhalt des Panels, so interessant und auch aussagekräftig (und deprimierend) ist die Debatte darüber, ob solche Kommentare überhaupt ein Indikator für Frauenfeinlichkeit im Netz seien. (Was denn sonst?).

Deshalb sei nochmal auf ihren ausführlichen Artikel hingewiesen, die Zusammenfassung des Panels und die einzige Frau bei dctp.tv.

Alles in allem, wird das weiterhin ein harter Kampf für die Blogerinnen.
Aber ihr seid nicht allein!


8 Antworten auf „re:publica – Sexismus im Netz“


  1. 1 Ben 18. April 2010 um 15:41 Uhr

    Ehrlich gesagt sehe ich es als alles andere als selbstverständlich an, von diesen Kommentaren auf eine grundsätzlich frauenfeindliche Haltung der Kommentatoren zu schließen. Ich hab in einem anderen Blog dazu schon kommentiert, ich hoffe Du siehst mir nach, dass ich meine dortige Argumentation einfach mal hier wiedergebe:
    „Ich denke wir sind uns (alle?) einig darüber, dass diese Kommentare unmöglich sind, dass sie sexistisch sind und dass es im Internet natürlich Sexismus gibt. Aber: Ich habe erhebliche Zweifel daran, dass diese Kommentare in jedem oder auch nur in einer überwiegenden Anzahl von Fällen den Rückschluss auf eine grundsätzlich sexistische Haltung des Kommentators erlauben. Zum einen dürfte es sich in vielen Fällen um typisches Trollgebaren halten nach dem Motto „ich haue mal hin, mal sehen ob es quietscht“ und wahrscheinlich „quietscht“ es nirgendwo so laut, wie wenn man in feministischem Umfeld sexistische Sprüche platziert; zum anderen bin ich ziemlich sicher, dass es sich in vielleicht ebenso vielen Fällen um eine Frage der „Kampftaktik“ handelt – der entsprechende Kommentator fühlt sich angegriffen und reagiert seinerseits mit einem Angriff auf die schwächste Stelle des Gegners. Bei Feministinnen führt das eben zu frauenfeindlichen Sprüchen, auf anderen Plattformen wären es vielleicht rassistische oder homophobe Sprüche, eingesetzt nicht aus Überzeugung, sondern wegen ihres Verletzungspotentials.“

  2. 2 Administrator 18. April 2010 um 19:51 Uhr

    Das ist gefährlicher Blödsinn. Und es ist auch völlig unerheblich, ob eine frauenfeindliche Äußerung aus Frauenfeindlichkeit oder aus dem Ziel Frauen zu verletzen (wo ist der Unterschied?) getan wird. Es ist eine frauenfeindliche Äußerung für die es keine Entschuldigung gibt. Und wenn sich eine Person frauenfeindlich äußert, muss sich sich nicht wundern, als SexistIn bezeichnet zu werden.

  3. 3 Ben 18. April 2010 um 20:08 Uhr

    Es ist durchaus ein Unterschied, ob jemand mit sexistischen Sprüchen um sich wirft, weil er meint, damit eine konkrete Person treffen zu können, oder weil sie seine generelle Haltung wiedergeben. Zum einen ist es ein Unterschied mit Blick auf die individuelle Person des Kommentierenden (mit jemandem der bewusst bösartige Stereotype einsetzt, ohne an deren Wahrheit zu glauben muss ich anders umgehen, als mit jemandem, der sie tatsächlich glaubt); zum anderen ist es natürlich ein Unterschied, weil unser Eindruck vom Netz unseren Blick auf die Realität beeinflusst. Und es ist ein Unterschied, ob man sich bei der genderdemokratischen Arbeit darum kümmert ob Frauen eventuell durch das Scheidungsrecht benachteiligt werden oder ob man an jeder Ecke für die Einsicht kämpfen muss, dass Frauen nicht nur Sexualobjekte sind.

    Dass jemand, der sich frauenfeindlich äußert sich als SexistIn bezeichnen lassen muss, habe ich übrigens nie in Abrede gestellt – ich habe nur in Zweifel gezogen, dass das Verhalten im Netz und die geistige Haltung in der Realität immer kongruent sind.

    Aber natürlich steht es Dir frei, solche Überlegungen für gefährlichen Blödsinn zu halten (gefährlich für wen genau?). Ich bemühe mich lediglich um einen klaren Blick auf die Realität, Du musst mir in diesem Bemühen nicht folgen.

  4. 4 Administrator 18. April 2010 um 23:31 Uhr

    Ich sagte „gefährlicher Blödsinn“, weil die Behauptung sexistische Kommentare ließen nicht auf die sexistische Haltung der Kommentierenden oder von Netz-Usern schließen, impliziert, dass das eine mit dem anderen nichts zu tun hätte. Das stelle ich aber in Abrede.

  5. 5 Piratenweib 20. April 2010 um 20:04 Uhr

    Stephanie von der Mädchenmannschaft hat heute noch mal zu diesem Thema gebloggt: http://maedchenmannschaft.net/in-was-fur-einer-gesellschaft-wollen-wir-leben/
    Und ich habe die Fortsetzung dazu geschrieben: http://www.piratenweib.de/?p=1396

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